BIMEDICAL-Icon Infektanfälligkeit erfolgreich bekämpfen

Erkranken Sie in dieser Jahreszeit regelmäßig an Erkältungskrankheiten, Nebenhöhleninfektionen oder Bronchitiden? Oder haben Sie sich möglicherweise - angesteckt von der Hysterie vor Vogel- und Hongkonggrippe -  impfen lassen? Und nun stellen Sie mit Überraschung fest, daß Sie dennoch an grippalen Infekten erkranken? Dann sollten Sie sich fragen, warum Sie so infektanfällig sind. Impfungen schaffen nun einmal eine trügerische Sicherheit, da sie allenfalls gegen ganz bestimmte Erreger schützen. Außerdem stellen sie kein allgemeines Immuntraining dar, sondern eher eine vorübergehende Belastung.

Bei erhöhter Infektanfälligkeit sollten Sie Ihr Immunsystem einmal untersuchen lassen. Sehr viel genauer, als ein sog. großes Blutbild, können beispielsweise Immunprofile und Lymphozytentransformationstests die Leistungsfähigkeit Ihrer Immunzellen bestimmen. Im übertragenen Sinne werden hier nicht nur Ihre Soldaten gezählt, sondern geprüft, wie stark sie bewaffnet sind und wie gut sie ihre Feinde erkennen. Und da ca. 80% aller Immunleistungen von der Darmwand erbracht werden, sollten Sie auch dieses Organ nicht außer acht lassen. Aber wie können Sie nun ganz allgemein Ihr Immunsystem stärken?

Dazu sollten Sie zunächst wissen, daß wir für das tägliche Immuntraining bestimmte Reize brauchen. Leider verwöhnen wir uns heute alle, in dem wir Außenreize tunlichst meiden. Deshalb sollten Sie ruhig wieder einmal kurzeitig frieren. Duschen Sie warm und kalt im Wechsel, öffnen Sie öfter die Fenster und gehen Sie raus. Letzteres führt zudem durch das Tageslicht zur immunstimulierenden Vitamin-D-Bildung über die Haut. Aber auch schwitzen sollten Sie wieder einmal, beispielsweise durch intensive Bewegung oder bei einem heißen Bad. Das tägliche Trockenbürsten der Haut hört sich recht antiquiert an, ist aber ein beachtlicher Immunreiz.

Oft höre ich von meinen Patienten:“Da schlucke ich jetzt schon so viel Vitamin C und werde trotzdem krank!“ Das ist auch nicht verwunderlich, denn Vitamin C allein wird sehr schlecht vom Körper aufgenommen! Nur im Verbund mit vielen anderen Vitaminen und Mineralstoffen kann es seine heilsame Wirkung entfalten. Und was kann da eine bessere Quelle sein, als frisches Obst und Gemüse? Und wenn Sie gern Säfte trinken, dann sollten es frisch gepreßte sein! Säfte aus dem Supermarktregal sind bestenfalls bis zur Erzeugerabfüllung vitaminreich.

Eine ebenso wichtige Quelle für Vitalstoffe sind eindeutig Fleisch und Fisch. Wenn Sie überzeugter Vegetarier oder gar Veganer sind, sollten Sie zur Kenntnis nehmen, daß die wichtigsten Vitalstoffe für das Immunsystem neben den Vitaminen C, D, E und Q10 vor allem Zink und Selen sind. Beide Mineralstoffe kommen aber in pflanzlicher Kost kaum vor!  So bietet tätsächlich eine Mischkost mit zwei Fleisch- und einer Fischmahlzeit in der Woche die ausgewogenste Vitalstoffversorgung.

Und sollten Sie all diesen Empfehlungen zum Trotz in dieser Jahreszeit nun doch z.B. an einem grippalen Infekt erkranken und Ihre Hausmittel greifen nicht, dann empfehle ich Ihnen einerseits das Gurgeln und Inhalieren mit Teebaumöl (Melaleuka). Andererseits hat sich das pflanzliche „Antibioticum“ Umckaloabo ebenso bewährt, wie das immunstimulierende Echinacin. Wenn das alles nicht hilft, sollten Sie unbedingt Ihren Arzt aufsuchen.

( veröffentlicht im Stormarner "Rundum Magazin" 2/2007 )