BIMEDICAL-Icon Heuschnupfen - ganzheitlich betrachtet

Heuschnupfenzeit ist Leidenszeit, die sicher auch Ihnen als Allergiker die schönsten Jahreszeiten vergällen kann. Aber muß das unwiderruflich jedes Jahr wieder so sein? Ist das wirklich ein unabänderliches Schicksal? Haben Sie sich schon einmal gefragt, warum ein Säugling mit angeborener Neigung zur Allergie nicht schon in Kinderwagen an Heuschnupfen leidet? Ganz im Gegenteil treten oft erst im Erwachsenenalter die ersten Heuschnupfensymptome auf. So mancher geht sogar nichts ahnend mit der Allergieneigung durchs Leben, ohne je ein Allergiesymptom erlebt zu haben. Das läßt doch den Schluß zu, daß noch manch anderer Krankheitsfaktor dazu kommen muß, um das „Faß der Allergie“ zum Überlaufen zu bringen.

Wußten Sie beispielsweise, daß der Darm eine entscheidende Rolle bei vielen Allergieformen spielt? Neueste Forschungsergebnisse aus den Niederlanden belegen, daß die Zusammensetzung der Darmbakterien nach der Geburt die Allergieneigung möglicherweise ein Leben lang beeinflußt? Neben Darmflorastörungen können auch maskierte Nahrungsmittelallergien vom IgG4-Typ Heuschnupfen unterhalten oder verschlimmern. Histaminhaltige Nahrungsmittel, wie Rotwein, Thunfisch oder Schokolade, haben ebenso, wie Nahrungsmittel-Intoleranzen gegenüber Fruktose, Laktose oder Gluten, wesentlichen Anteil am ganzen Allergiegeschehen. Darüber hinaus verstärkt ein Mangel z.B. an Zink und Vitamin B6 die allergiefördernde Histaminwirkung. Da Allergien eine fehlgeleitete und übertriebene Reaktion des Immunsystems darstellen, forcieren wiederkehrende Infekte, insbesondere diejenigen, die mit Antibiotika behandelt worden sind, Allergiesierungen.

Sie sehen, man kann beim Heuschnupfen nicht einfach eins und eins zusammenzählen, also nicht einfach sagen: Pollen + Schleimhaut = Heuschnupfen. Dazu sind die genetischen Ausgangssituationen und die erworbenen Reaktionen auf Störfaktoren bei jedem Allergiker zu verschieden.

Und folglich kann man häufig auch mehr tun, als nur Antihistaminika oder Kortison anzuwenden! Darmsanierung, Kostumstellung, Vitamin- und Mineralstoffgaben, Eigenbluttherapie und Homöopathie sind z.B. Verfahren, die Symptome des Heuschnupfens oder einer anderen Allergieform nachhaltig lindern oder sogar zum Verschwinden bringen können.

Daß wir uns nicht mißverstehen, die genetische Veranlagung zum Heuschnupfen ist immer noch vorhanden. Aber das „ Faß der Allergie“ läuft sozusagen  nicht mehr über und die Symptome treten nicht mehr auf. Und allein das zählt.

Fragen Sie Ihren behandelnden Arzt auch einmal nach diesen alternativen Heilverfahren. Da zumindest die gesetzlichen Krankenkassen unsinnigerweise überwiegend nur noch die Kosten nebenwirkungsreicher Therapien tragen, werden Sie zwar einen Großteil der Behandlungskosten selber tragen müssen. Aber dafür werden Sie möglicherweise eine Geisel los und gewinnen Ihre Lebensqualität wieder.

Ich wünsche Ihnen einen heuschnupfenfreien Frühling und Sommer.

Dr. Jörn Reckel

(veröffentlicht im Stormarner "Rundum Magazin" April 2007)