BIMEDICAL-Icon Freie Radikale - Killer unserer Gesundheit

Eisen rostet, Butter wird ranzig, Gummi morsch und Plastik spröde – und wir Menschen altern. Sie merken schon, bei den freien Radikalen handelt es sich nicht um eine neue extremistische Partei, sondern um zerstörerische chemische Prozesse. Immer häufiger fallen auch in den Medien die Begriffe Entgiftung und freie Radikale. Dabei habe ich den Eindruck, daß bei den meisten nur vage Vorstellungen darüber bestehen, um was es sich dabei eigentlich handelt. Immerhin geht es um lebensbedrohliche, chemische Vorgänge, über die Sie einfach mehr wissen sollten, bevor Sie irgendwelche Entgiftungspillen schlucken.

Was sind nun freie Radikale? Um es nicht zu kompliziert zu machen, lassen Sie uns gedanklich zunächst  bei der Frage bleiben, warum Butter ranzig wird. Wirkt auf die frische Butter Energie ein, wie z.B. Wärme und Sauerstoff, dann werden den Fettsäuren einzelne Elektronen entrissen. Diesen Vorgang nennt man Oxydation. Da jedes Atom immer nur mit zwei umkreisenden Elektronen stabil ist und nun im Rahmen der Oxydation eines fehlt, wird das zurückgelassene aggressiv und radikal – zum freien Radikal!

Und was ist daran so schlimm? Das freie Radikal versucht mit aller Gewalt anderen Substanzen in der Nähe mit zerstörerischer Wirkung das fehlende Elektron zu entreißen. Solange dieser Prozeß nur mit der Butter geschieht, ist das nicht so gravierend. Dieses geschieht aber auch fortwährend in Ihrem Organismus! Aber keine Panik, die Natur ist findig und verfügt über ein Arsenal von äußerst wirksamen Gegenmaßnahmen. Die wichtigsten sind die sog. Antioxydantien wie die Vitamine A, C, E, Q10, ß-Carotin, die Spurenelemente Zink, Selen, das Hormon Melatonin und die Aminosäure Cystein.

Dann ist ja alles gut, werden Sie denken. Nur ganz so einfach ist die Sache nicht. Einerseits stehen uns mit der heutigen inhaltsarmen Nahrung nicht mehr genügend dieser Vitalstoffe zur Verfügung. Andererseits sind wir durch verschiedene Belastungen mit mehr freien Radikalen konfrontiert, als wir bewältigen können.

Freie Radikale stammen zum einen aus Smog, Ozon, Autoabgasen, Zigarettenrauch, Schwermetallen, Chemikalien, Pestiziden oder Zytostatika. Zum anderen produzieren wir selbst viel zu viele freie Radikale durch Extremsport, Sonnenbaden, Solarium, Bestrahlungen, Röntgen, UV-Bestrahlung, Fieber, Infektion oder Vergiftung.

Und was können Sie nun tun, außer die zuvor aufgezählten Belastungen zu meiden? Die Antwort ist einfach. Essen Sie so antioxydantienreich wie möglich, also eine ausgewogene Mischkost mit hohem Anteil an frischem Obst und Gemüse. Erschreckenderweise werden unsere Nahrungsmittel immer inhaltsärmer. So haben manche Obst- und Gemüsesorten innerhalb von 10 Jahren einen Vitalstoffverlust von 30 bis 50% erlitten. Wie groß Ihr persönlicher Bedarf ist und inwieweit Sie ihn decken können, das kann man über ein Speziallabor aus dem Blut bestimmen. Und sollten Sie sich über Ihre Nahrung nicht ausreichend versorgen können, dann müssen Sie, wie viele andere auch, möglichst mit biologischen (nicht synthetischen) Vitaminen und Mineralstoffen Ihre Kost ergänzen.

Auf diese Weise können Sie die Schäden durch freie Radikale deutlich reduzieren und einem vorzeitigen Altern entgegenwirken.

Lesen Sie in der nächsten Ausgabe: Ganzkörperlich krank durch Gärung im Darm.

( veröffentlicht in der Mai-Ausgabe 2007 des Stormarner "Rundum Magazin" )