BIMEDICAL-Icon Feiertage - Streßtage für Magen und Darm

Gewiß kennen auch Sie das alljährliche Szenario zu den Feiertagen. Ein besonders gutes und üppiges Essen folgt dem nächsten – man gönnt sich ja sonst nichts. Kaum bleibt Zeit für ausgleichende Bewegung. Spätestens am zweiten Feiertag kommt man ohne Verdauungsschnaps schon kaum noch aus und die Tabletten gegen Sodbrennen erfreuen sich steigender Beliebtheit. Und am Ende der Feiertage stellen alle übereinstimmend fest, daß alles mal wieder zu viel gewesen sei. Und wahrscheinlich werden auch Sie neben den Süßigkeiten vornehmlich den vielen Fetten die Schuld an der Unpäßlichkeit und dem Völlegefühl geben.

Damit unterliegen Sie jedoch einem weit verbreiteten Irrtum! Denn wenn Sie nicht gerade an einer Erkrankung der Galle oder Bauchspeicheldrüse leiden, machen Ihnen nicht die vielen Fette, sondern das Übermaß an Kohlenhydraten zu schaffen. Und damit ist nicht nur der Zucker, sondern viel mehr Kartoffeln, Reis, Nudeln, Brot und Gebäck gemeint. Diese Stärkebomben sind die wahren Feiertagskiller. Überdenken Sie einmal kritisch, welch übermäßig hohen Anteil diese Nahrungsmittel an Ihrer Feiertagskost haben.

Warum gerade die Kohlenhydrate so viele Probleme bereiten können, ist einfach zu erklären. Während Sie von allzu viel Fett in den Speisen einfach nur sehr satt sind, wird ein Übermaß an Kohlenhydraten zum großen Teil von Ihren Darmbakterien gefressen. Ein unangenehmer Gedanke, zumal sich dabei in Ihrem Darm alkoholische Gärung entwickelt. Dabei entstehen zu allererst Unmengen Gärgase, die  insbesondere unseren Dickdarm ganz massiv auftreiben lassen. Verständlicherweise erzeugt das ein äußerst unangenehmes Völlegefühl, das aufgrund der Volumenzunahme deutlich unangenehmer und länger anhaltend ist, als es eine zu fette Speise je sein kann. Zudem wird der Magen unter Druck gesetzt, was häufig zu Magenbeschwerden und Sodbrennen führt. Zu allem Überfluß entstehen bei der alkoholischen Gärung auch noch diverse toxische Substanzen, die uns unpäßlich und schlapp fühlen lassen. Außerdem sind Kohlenhydrate die reinsten Mastmittel.

Nun soll Ihnen hier nicht das geliebte Festtagsessen verdorben werden. Aber bevor Sie es sich erneut mit Ihrem Körper verderben, sollten Sie folgende ganz einfach umsetzbare Ratschläge annehmen.

Zu allererst sollten Sie über die Sättigungsbeilage der warmen Hauptmahlzeit nachdenken. Reis, Kartoffeln oder Nudeln heißen nicht ohne Grund Sättigungsbeilage! Sie werden überrascht sein, wie gut ein warmes Essen ohne die kohlenhydratreichen Sättigungsbeilagen vertragen wird. Das um so mehr, wenn Sie auf den geliebten Kuchen am Nachmittag nicht verzichten mögen. Diese Empfehlung gilt ganz besonders, wenn Sie abends warm essen. Zu dieser Zeit macht Ihr Darm nämlich langsam Feierabend, sodaß die Kohlenhydrate langsamer verdaut werden und folglich noch leichter vergären. Allzu viel Brot am Abend hat denselben Effekt, insbesondere nach Kuchen am Nachmittag. Schlechter Schlaf und ein belasteter nächster Tag sind die unweigerlichen Folgen.

Darum ersparen Sie einfach Ihrem Körper die billigen Sattmacher und genießen alles andere!

( veröffentlicht im Stormarner "Rundum Magazin" 12/2006 )